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Thema des Verbundprojektes ist die Implementierung hybrider Produkte durch Preis- und Vertragsgestaltung. Es wird vom BMBF im Programm "Integration von Produktion und Dienstleistung" mit einem Fördervolumen von 1,375 Mio. Euro gefördert. Laufzeit des Projektes ist vom 01. Mai 2006 bis 30. September 2009.

Zunehmender Wettbewerb und gestiegene Qualitätsanforderungen der Kunden machen für viele Industrieunternehmen einen Wandel vom klassischen Produktanbieter zu einem Anbieter umfassender Problemlösungen notwendig. Kennzeichnend für das Angebot von Lösungen ist die Kombination von Sach- und Dienstleistungen zu einem hybriden Produkt, welches auf die spezifischen Problemstellungen des Kunden ausgerichtet ist. Durch technische Integration und individuelle Anpassung übersteigt der Wert eines solchen Angebotes für den Kunden den Wert der Teilleistungen. An die Stelle des klassischen Produktverkaufs treten häufig der Nutzungsverkauf verbunden mit Leistungsgarantien oder sogar der Betrieb komplexer Produktionsfaktoren der Kunden, der auf den Verkauf eines Produktionsergebnisses ausgerichtet ist.

Vor allem Probleme bei der Implementierung und Umsetzung verringern für Anbieter und Kunden aber bis dato die Attraktivität eines solchen Geschäftsmodells in vielen Branchen. Daher bleiben die Verbreitung und der wirtschaftliche Erfolg hinter den Erwartungen zurück. Als zentraler Problempunkt kann insbesondere die kundenspezifische Gestaltung adäquater Preis- und Vertragsmodelle identifiziert werden. Erfolgskritisch ist dabei vor allem die detaillierte Planung des gemeinsam zu erzielenden Wertschöpfungsbeitrags sowie dessen Verteilung zwischen Anbietern und Kunden im Hinblick auf eine optimale Vertragserfüllung der vereinbarten Leistungen. Die Zielstellung des Verbundprojektes HyPriCo ist deshalb die Unterstützung der Implementierung hybrider Produkte, speziell der kundenspezifischen Leistungsvereinbarung und -anpassung durch eine effektive Preis- und Vertragsgestaltung über den gesamten Produkt- bzw. Kundenlebenszyklus hinweg.

Abbildung Ziele



Unter Koordination des Lehrstuhls für BWL - Information, Organisation und Management (Prof. Dr. Ralf Reichwald) der TU München entwickeln insgesamt 10 Forschungs- und Praxispartner im Rahmen des Projektes aufeinander abgestimmte Werkzeuge, Instrumente und Methoden, welche die strategische Neuausrichtung von Preis- und Vertragsprozessen für hybride Produkte ermöglichen und unterstützen. Von der wissenschaftlichen Seite sind des Weiteren der Lehrstuhl für Wirtschaftsinformatik (Prof. Dr. Krcmar) und der Lehrstuhl für Wirtschaftsrecht und Geistiges Eigentum (Prof. Dr. Ann) der TU München sowie der Lehrstuhl für Allgemeine BWL - speziell Unternehmensführung und Personalwesen von der TU Bergakademie Freiberg (Prof. Dr. Nippa) an dem Verbundprojekt beteiligt. Praxispartner sind die Siemens AG (München), die Knürr AG (Arnstdorf) und als kleine Unternehmen die EOS GmbH (Krailing b. München), die Freiberg Instruments GmbH (Kleinschirma), die avaso GmbH (München) sowie die santix AG (Unterschleissheim).

Als Ergebnis des Verbundprojekts wird ein zum einen ein Solution-Management-Toolkit angestrebt, das Unternehmen zur Reorganisation ihres Preis- und Vertragsgestaltungsprozesses verhelfen kann und ein Vorgehen zur Gestaltung von Preis- und Vertragsmodellen aufzeigt. Ein darauf abgestimmtes Solution-Management-Cockpit umfasst Bausteine zur adaptiven IT-Unterstützung dieser Reorganisation. Besonderer Fokus des Projektes liegt auf der Förderung von mittelständischen Lösungsanbietern, in deren Umfeld sich größtenteils auch die beteiligten Praxispartner wieder finden. Die Ergebnisse sollen abschließend in die zu gründende Solution Competence Initiative an der TU München (sci.TUM) einfließen, um einen umfassenden und breitenwirksamen Transfer sicherzustellen. Darüber hinaus soll diese Initiative auch über Projektende hinaus als Plattform für eine Verwertung der Projektergebnisse fungieren.